All-on-4-Implantation in Barcelona
Was ist All-on-4?
All-on-4 ist eine Methode zur vollständigen Rekonstruktion des Ober- oder Unterkiefers auf der Grundlage von vier Dentalimplantaten. Die zwei vorderen Implantate werden vertikal gesetzt, die zwei distalen in einem Winkel von 30–45°, um das Knochenangebot optimal zu nutzen und anatomische Strukturen zu umgehen.
Die Methode wurde 2003 entwickelt und hat ihre klinische Wirksamkeit bei der Wiederherstellung der Kaufunktion und Ästhetik unter Beweis gestellt.
Indikationen
Das Hauptziel von All-on-4 ist die Rehabilitation bei vollständiger Zahnlosigkeit (Adentie), insbesondere bei ausgeprägtem Knochenabbau, wenn die klassische zweiphasige Implantologie nur schwer durchführbar ist.
Die häufigsten Ursachen des Knochenabbaus sind: langjährige Zahnlosigkeit, chronische Überlastung des Parodonts sowie Systemerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 und Osteoporose.
Diagnostik und Behandlungsplanung
Die präoperative Planung umfasst eine digitale Volumentomographie (DVT/CBCT) zur Beurteilung von Knochenhöhe, -breite und -dichte sowie der Lage anatomischer Strukturen. Patienten mit endokrinen Erkrankungen werden zusätzlich untersucht, unter anderem durch die Kontrolle des glykierten Hämoglobins (HbA1c).
Chirurgische Phase
Der Eingriff erfolgt unter Lokalanästhesie. Die distalen Implantate werden schräg gesetzt, um die Kieferhöhlen oder den Canalis mandibularis zu umgehen, wodurch in den meisten Fällen eine Knochenaugmentation nicht erforderlich ist. Werden nicht erhaltungswürdige Zähne gleichzeitig extrahiert, können die Implantate sofort in die Alveolen eingesetzt werden.
Sofortbelastung
3–5 Tage nach der Implantation wird eine festsitzende Interimsprothese mit monolithischem Metallgerüst (Titan oder Chrom-Kobalt) eingegliedert. Die Prothese verteilt die Kaukräfte gleichmäßig, minimiert die Mikrobeweglichkeit der Implantate und gewährleistet ein ästhetisches Erscheinungsbild bereits in den ersten Tagen nach dem Eingriff.
Definitive Prothetik
Die endgültige Prothese wird individuell unter Berücksichtigung der Okklusion und der Wünsche des Patienten gefertigt. Der Standard 2026 ist eine Zirkonprothese auf monolithischem Gerüst — sie bietet hohe Festigkeit, Langlebigkeit und natürliche Ästhetik. Eine Alternative sind metallkomposite Konstruktionen auf Zirkon- oder Titangerüst: leichter und kostengünstiger, jedoch in der Haltbarkeit etwas unterlegen.
Vorteile der All-on-4-Methode
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Rasche Rehabilitation der Kaufunktion
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Minimale Anzahl chirurgischer Eingriffe
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Möglichkeit, Knochenaugmentation in den meisten Fällen zu vermeiden
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Stabilität und Langlebigkeit der Versorgung
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Hohe Ästhetik bereits ab dem ersten Tag
Garantien und Dokumentation
Jedes eingesetzte Implantat von Sweden Martina, Nobel oder Straumann verfügt über eine individuelle Seriennummer, die in der Datenbank des Herstellers erfasst ist. Der Patient erhält einen Implantatpass mit Angabe des Operationsdatums, Modells, Artikelnummers, Länge, Durchmessers und Drehmomentwerts.
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Herstellergarantie: Austausch eines defekten Implantats gemäß den Garantiebedingungen des Herstellers
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Klinikgarantie: 2 Jahre — bei Komplikationen infolge eines ärztlichen Fehlers oder Protokollverstoßes wird der Folgeeingriff auf Kosten der Klinik durchgeführt (Knochenaugmentationsmaterialien sind nicht in der Garantie enthalten)
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Prothesengarantie: 1 Jahr mit Verlängerungsmöglichkeit bei regelmäßiger Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen
Indikationen für All-on-4
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Vollständige Zahnlosigkeit im Ober- und/oder Unterkiefer
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Subtotale Zahnlosigkeit mit Erhalt einzelner Zähne
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Ausgeprägter Knochenabbau Klasse I–III
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Unzulänglichkeit oder Unverträglichkeit von herausnehmbaren Prothesen
Kontraindikationen
Absolute:
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Unkontrollierter Diabetes mellitus (HbA1c ≥ 8,0%)
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Bisphosphonattherapie ohne Auswaschphase
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Schwere Koagulopathien
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Schwere Autoimmunerkrankungen im akuten Schub
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Gesicherte Allergie gegen Anästhetika-Komponenten oder Titan
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Psychische Erkrankungen, die eine informierte Einwilligung ausschließen
Relative:
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Akute entzündliche Prozesse in der Mundhöhle
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Karies oder Pulpitis der Antagonisten
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Nicht sanierte Mundhöhle
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Rauchen von mehr als einer Packung pro Tag
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Zustand nach Strahlentherapie (individuelle Beurteilung erforderlich)
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Schwangerschaft und Stillzeit
Alternative Protokolle
All-on-6 — wird bei ausgeprägter Atrophie Klasse III, Bruxismus oder bei der Notwendigkeit einer vollständigen Bogenversorgung mit 14 Kronen eingesetzt. Sechs Implantate gewährleisten eine besser vorhersagbare Biomechanik.
Zygomatische Implantation (Zygoma) — wird bei kritischer Atrophie des Oberkiefers (Klasse IV) angewandt. Lange Zygomaimplantate werden im Jochbein verankert und umgehen die Kieferhöhlen. Der Eingriff erfordert eine hochqualifizierte chirurgische Expertise.